Zwergmoschusschildkröte (Sternotherus minor minor)

Allgemeines

 

Die Zwergmoschusschildkröte oder Kleine Moschusschildkröte gehört zur Familie der Schlammschildkröten. Sie besiedelt den Südosten der USA vom südwestlichen Virginia, Tennessee und Georgia bis Zentralflorida. Die Art ist mit einer Länge von höchstens 14,5 cm sehr gut geeignet für eine Haltung in einem Zimmeraquarium. Sie leben in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet in Seen, Tümpeln, Sümpfen und langsam fliesenden Flüssen und Bächen. 

Haltung

 

Ich halte meine weibliche Sternotherus minor minor in einem Aquarium mit den Maßen 120x40x50. Als Landteil habe ich eine zusätzliche Glasscheibe schräg eingeklebt und den frei gewordenen Raum mit Sand gefüllt. Dieser wird aufgrund der sehr aquatilen Lebensweise der Art allerdings nur zur Eiablage oder in Stresssituationen aufgesucht.

Die Wassertemperatur sollte im Sommer auf ca. 25 Grad geregelt werden. Als Filter fungiert ein Eheim-Aussenfilter, der auf das doppelte Filtervolumen als die eigentliche Menge im Aquarium, ausgelegt ist. Beleuchtet wird das Aquarium über einen 60w-Spotstrahler, eine UV-Beleuchtung ist nicht notwendig.



Ein Moschusschildkrötenaquarim lässt sich sehr ansprechend mit Wurzeln, Röhren und Steinen einrichten. Als Bodengrund benutze ich feinen Kies. Da sich echte Wasserpflanzen in einem von Moschusschildkröten bewohnten Aquarium nicht wirklich lange halten kann man hier zu künstlichen Wasserpflanzen greifen.

Man kann das Aquarium durch das Einsetzen von ein paar Zierfischen noch zusätzlich etwas aufpeppen, sollte sich aber nicht wundern wenn ab und zu mal einer fehlt. Normalerweise sind Moschusschildkröten aber etwas was zu langsam und nicht sehr interressiert an den Fischen.

In der freien Natur ernähren sich Sternotherus minor hauptsächlich von Schnecken, Krebsen und den verschiedensten Insekten. Man sieht der Art schon an den überaus kräftigen Kiefern an, dass sie durchaus in der Lage sind auch größere Gehäuseschnecken zu knacken. Auch Aas wird nicht verschmäht. Ich füttere meine Moschusschildkröte mit Regenwürmern, Schnecken, Gammarus ect. Hin und wieder verfüttere ich auch Babymäuse die gierig verschlungen werden.

Ursprünglich habe ich zwei weibliche minor zusammen in einem Becken gehalten. Dies ging auch bestimmt ein Jahr lang gut bis ich die Tiere mal kurzfristig trennen mußte. Danach war an eine Gemeinschaftshaltung der Tiere nicht mehr zu denken. Die Kleinere der Beiden war durch plötzliches aggressives Verhalten der Grösseren einem permanenten Stress ausgesetzt, so dass ich die zwei letztendlich trennen mußte. Grundsätzlich kann man bei dieser Art sagen, dass nur Einzelhaltung zu vernüftigen Haltungsbedingungen führt.

Die Winterruhe wird durch Reduzierung der Wassertemperatur, Verkürzen der Beleuchtungsdauer und Einstellung der Fütterung eingeläutet. Nach 2-3 Wochen kommen die Tiere in einen kühleren Kellerraum und verbringen bei ca. 15 Grad die nächsten 2 Monate in der Winterruhe. Diese Zeit verbringen sie in einer kleineren Box, der Wasserstand sollte ca. 5-8 cm hoch sein und auch Versteckmöglichkeiten sollten nicht fehlen. Zusätzlich bringe ich auch immer eine Menge Laub mit in die Box ein unter der sich die Tiere auch verstecken können. Die Aktivitäts- und Paarungsphase wird nach den 2 Monaten in umgekehrter Reihenfolge wieder hergestellt.

Zucht

 

Für die Zucht setzt man das Männchen am besten direkt nach der Winterruhe zu dem entsprechenden Weibchen. Hierbei muß ständig darauf geachtet werden, dass durch permanente Paarungsversuche des Bockes nicht zuviel Stress für das Weibchen entsteht. Hier kann es sonst zu schlimmen Verletzungen zwischen den beiden Geschlechtspartnern kommen. Nach ein paar Wochen legen die Weibchen ihre 3-4 Eier auf dem dafür vorgesehenen Landteil ab. Mein größeres Weibchen legte meißtens sogar 7 Eier ab, was eigentlich nur sehr selten in diesen Mengenverhältnissen vorkommt. Insgesamt erbringen gesunde Tiere 2-5 Gelege pro Saison. Diese werden dann bei ca. 27 Grad in einem Brutapparat inkubiert. Nach 70-110 Tagen schlüpfen die Jungen aus ihren Eiern.







Meine Jungtiere ziehe ich in einem 60er Aquarium bei einer Wassertemperatur von 27 Grad auf. Der Wasserstande sollte für die Winzlinge anfangs 8 cm nicht überschreiten. Den kann man in den anschliesenden Wochen mit dem Wachstum der Kleinen sukzessive erhöhen. Ernährt werden die Süßen mit roten Mückenlarven, Gammarus u.s.w.